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Donnerstag, 20. Februar 2014

Ein Läuferopfer schaffte freie Bahnen

In der schon erwähnten Partie kam es dann irgendwann zu folgender Stellung:


 

Sebastian-Nielsen

Der Freibauer auf g3 und die Turmverdoppelung dahinter sehen schon recht imposant aus. Aber ohne Unterstützung der anderen Figuren wäre damit nicht viel anzufangen gewesen
37. … Lxb4! 38. Dxb4 d4!
Diese Diagonalöffnung brachte den La8 entscheidend ins Spiel
39. Th1
In weiser Voraussicht eines Läuferopfers auf f3
… Dd8!
Ein guter Zug. Die Dame soll über g5 ins Geschehen eingreifen
40. Dc4
Nun ist die Zeit reif für eine entscheidende Tat






… Lxf3! 41. Kxf3 g2! 42. Dc6+ Kf8
Möglicherweise war hier 43. Tg1 geplant, was aber nach … Tf6+
44. exf6 Df6+ 45. Ke4 Tg4 matt gewesen wäre


So folgte
43. Txg2 Txg2 44. Dd6+ Dxd6 45. ed6 Ke8 46. axb6 axb6 47. Ta1 Kd7


Dieses Endspiel mit einer Qualität weniger wollte sich der Weißspieler dann doch nicht mehr zeigen lassen
0-1

 






Mittwoch, 19. Februar 2014

Läuferaktivierung durch ein Turmopfer

So wie die Türme offene Linien benötigen brauchen die Läufer offene Diagonalen, um ihre volle Wirkung entfalten zu können



Sebastian-Nielsen

In dieser Stellung gefällt natürlich der Tg8 mit der halboffenen g-Linie. Wie schön wäre es, wenn der Lb7 ebenfalls eine offene Diagonale hätte. Turm und Läufer könnten gemeinsam das Feld g2 ins Visier nehmen.

Diesen Gedanke weiter verfolgend wird schnell klar, dass die weiße Dame der Verwirklichung dieser Idee im Moment noch im Wege steht. Und leider hätte die Vertreibung mittels 24. … Lc5 den Nachteil, dass 25. Dh4 den Bauern auf h6 unangenehm attackieren könnte.

In der Partie machte Schwarz dann auch lieber den Abwartezug 24. …La8 um gegebenenfalls immer mal schnell d4 und Db7 spielen zu können. Aber er hätte gar nicht abwarten müssen, sondern sofort mit der Umsetzung seiner Grundidee beginnen können 
… 24. … Tc4!!
Der Richtigkeit dieses überraschenden Turmopfers erschließt sich schon alleine durch folgende Variante: 25. Lxc4 Txg2 26. Kxg2 ( Kf1 Lc5!) dxc4+ mit Damengewinn
25. Db2 d4!
Dies legt die Läuferdiagonale frei ohne einen lästigen Gegenangriff gegen h6


 
26. Lxc4 Txg2 27. Kf1
Der Einstieg auf g2 ist natürlich sehr schön. Aber war dies einen ganzen Turm wert?



27. … Dd8!!
Die schnelle Überführung der Dame ins Kampfgebiet entscheidet den Tag
28. Ke2 Txf2 29. Kd1



Der König versucht zu entkommen. Aber
28. ...Txd2 29. Kxd2 Dg5+ 30. Kd1 Lf3+ 31. Te2 Dg2!



Aus dem Mattnetz gibt es kein Entrinnen mehr, deshalb

0-1












Freitag, 31. Januar 2014

Freibauerbildung nebst Diagonal- und Linienöffnung

Im Schach wie im Leben sollte man günstige Gelegenheiten ergreifen. Eine solche Gelegenheit bot sich dem Weißspieler in der nachfolgenden Position:


Ragosin-Klaman (1954)

23.Td6!
Eine sehr unangenehme Überraschung für Schwarz. Denn nun hat er die Wahl zwischen „Pest und Cholera“. Entweder er tauscht nicht und muss zusehen, wie Weiß mit 24. Ted1 den Druck in der d-Linie verstärkt oder aber er tauscht mit den entsprechenden Folgen. Er entschied sich für Letzteres:
23. … Txd6 24. exd6
Nun ist ein starker Freibauer auf d6 entstanden, der erst einmal tabu ist . Denn es ist ebenfalls die Lb2-Diagonale aufgegangen und es droht ein Matt auf g7
… e5 24. Dh5 f6



Schwarz hat eine Läuferbarriere gegen den gefährlichen Lb2 aufgebaut. Aber da ist ja noch der andere Läufer auf g2
25. Le4!
Spätestens hier wird klar wie kritisch die schwarze Lage bereits ist.
… h6 26. Dg6 Kf8 27. La3!
Den Freibauern auf d6 möchte Weiß natürlich behalten.
… Td7 28. Tc1 Le6 29. Lc5 Dd8


Die schwarzen Figuren sind regelrecht eingeschnürt. Aber wie knackt man nun die schwarze Festung?
30. Ld3 Ld5 31. Te1!
Nun wird klar, dass Weiß eine Linienöffnung mittels f4 anstrebt. Wobei es letztlich egal ist, ob die e- oder f-Linie aufgehen wird
… a4 32. b4 Lxa2
Nun ist auf der a-Linie ein Freibauer entstanden, der unter normalen Umständen Sorgen bereiten könnte.



33. f4! De8
Nur am Rande sei erwähnt, dass 33. … exf4? 34. Te7! die Partie sofort beendet hätte. Aber auch so dauerte es nicht mehr lange
34. Dh7 Lg8 35. Dh8 De6 36. fxe5 a3 37. Tf1!


Entfesselt und droht zugleich mit dem desaströsen exf6. Übrigens hätte 36. … fxe5 37. Tf1+ Ke8 38. Lg6+ ebenfalls verloren

… a2 ( … Dxe5 38. Lc4!) 38. exf6!


Aus diesem Mattnetz kommt Schwarz nicht mehr heraus. Auf 38. … a1D gewänne einfach 39. fxg7 ++ Kd8 40. Txa1 . Deshalb 

                                                                  1-0

Zusammenfassung: Weiß nutzte einen günstigen Moment, um eine Freibauerbildung und Diagonalöffnung zu provozieren. In der Folge wurden die schwarzen Figuren in der eigenen Hälfte regelrecht eingeschnürt. Aber erst eine Linienöffnung brachte dann die Entscheidung

Nachspielen der Partie: http://www.chesspastebin.com/2014/02/01/ragosin-klaman-by-heinrich/